Oberharzer Wasserwirtschaft - UNESCO Welterbe

Unterer Grumbacher Teich

Huttaler Widerwaage

Oderteich

Wenn ich gefragt werde, warum ich den Harz so liebe ist meine Antwort meistens:
"Weil es hier so viel Wasser gibt, das macht für mich jede Wanderung besonders!"

Einen großen Anteil daran hat die Oberharzer Wasserwirtschaft mit ihren vielen Teichen, und (Kunst-)Gräben:

Im Oberharz wurde schon früh nach wertvollen Rohstoffen wie Kupfer, Silber und Blei gesucht. Anfangs bauten die Bergleute die Erze noch an der Oberfläche ab, doch mit der Zeit drangen sie immer tiefer in die Erde vor. Dadurch wurde der Bergbau zunehmend aufwändiger und benötigte vor allem eines: viel Energie.

Hier kommt die Oberharzer Wasserwirtschaft ins Spiel. Über viele Jahrhunderte hinweg versorgte sie den Bergbau zuverlässig mit Wasserkraft. Ein beeindruckendes Netzwerk aus Teichen, Gräben, Stollen und unterirdischen Wasserläufen sorgte dafür, dass jederzeit genügend Energie zur Verfügung stand – zum Beispiel für Pumpen, den Transport und die Verarbeitung des Erzes. Bis heute gilt dieses System als eines der bedeutendsten seiner Art weltweit.

Die Ursprünge reichen bis ins 13. Jahrhundert zurück. Zisterziensermönche aus Walkenried legten damals die ersten Strukturen an und schufen damit die Grundlage für das spätere, ausgeklügelte System. Besonders im 16. Jahrhundert wurde die Wasserwirtschaft stark ausgebaut und perfektioniert. So effizient, dass man im Harz später sogar direkt zur Nutzung von elektrischer Energie überging – ganz ohne den Umweg über die Dampfmaschine.

Heute wird das Wasser nicht nur zur Stromerzeugung, sondern auch zur Trinkwasserversorgung genutzt. Gleichzeitig lädt die einzigartige Kulturlandschaft mit ihren zahlreichen Wanderwegen dazu ein, die Geschichte hautnah zu erleben.

Die Bedeutung dieses Systems wurde auch international anerkannt: Seit 2010 gehört die Oberharzer Wasserwirtschaft gemeinsam mit dem Bergwerk Rammelsberg und der Altstadt von Goslar zum UNESCO-Welterbe.

Einst wurde dieses ausgeklügelte System geschaffen, um den Bergbau mit Energie zu versorgen. Heute ist es vor allem eines – ein Paradies für Wanderer und Fotografen. Entlang von unzähligen Wegen lassen sich die historischen Wasserläufe entdecken, die sich sanft durch die Landschaft ziehen und immer wieder neue Perspektiven eröffnen.

Gerade das Zusammenspiel aus Natur und Geschichte macht diesen Ort so besonders: spiegelglatte Teiche im Morgenlicht, moosbewachsene Gräben im Schatten der Bäume und kleine Details am Wegesrand, die oft erst auf den zweiten Blick auffallen. Perfekt für alle, die nicht nur wandern, sondern Momente festhalten wollen.

Was sind Striegelhäuser?

Die Striegelhäuser sind kleine, hölzerne Anlagen, die in alter Bauart  (ca. bis in das Jahr 1700) direkt im Teich mit einem Steg  verbunden stehen.

Die "neueren" Striegelhäuser stehen auf dem Damm des Teiches.

Sie dienten als Verschlussorgane für die künstlich angelegten Teiche, die einst zur Wasserversorgung der Bergwerke dienten.

  • Diese Teiche sind heute Teil des UNESCO-Welterbes Oberharzer Wasserwirtschaft.

Mittlerer Pfauenteich

Historische Bedeutung:

Die Striegelhäuser waren entscheidend für die Steuerung des Wasserflusses in den Teichen.

Bergleute und Ingenieure nutzten sie, um den Wasserstand zu regulieren und die Wasserversorgung der Bergwerke zu gewährleisten.

 

Funktionsweise der Striegelhäuser:

  • Ein Striegelhaus besteht aus drei Hauptkomponenten: dem Striegelgerenne, dem Zapfen und der Zugspindel.
  • Das Striegelgerenne ist der Grundablass des Stauteiches.
  • In das Striegelgerenne wird der Zapfen eingelassen.
  • Durch einen Schacht wird eine Zugspindel nach oben geführt. Über diese kann der Zapfen gezogen oder abgesenkt werden.
  • Das gesamte System funktioniert ähnlich wie der Verschluss des Ablaufs in einer Badewanne.

 

 

 

Bild: KI generiert

Obwohl sie nicht mehr für ihre ursprüngliche Funktion benötigt werden, sind die Striegelhäuser ein wichtiger Teil des kulturellen Erbes des Harzes.

Sie erinnern an die einstige Bergbau- und Wasserwirtschaftsgeschichte der Region.

Das Fotografieren dieser kleinen Häuschen hat sich bei mir zu einer kleinen Leidenschaft entwickelt


Oderteich

Prinzenteich

Wasserläufer Teich


Bärenbrucher Teich

Wiesenbeker Teich

Stadtweger Teich


Kranicher Teich

Schlackentaler Teich

Carler Teich